Ich bin Vizepräsident für Entrepreneurship an der LMU München geworden. Das ist keine zusätzliche Rolle neben den anderen, sondern der Punkt, an dem sich meine Arbeit gedreht hat.
Siebzehn Jahre lang habe ich ein Unternehmen gebaut. Jetzt arbeite ich an den Bedingungen, unter denen andere eines bauen können. Es ist dasselbe Problem von der anderen Seite: Ich weiß ziemlich genau, wo eine Wissenschaftlerin auf dem Weg aus dem Labor Zeit verliert — weil ich sie dort selbst verloren habe.
Wofür ich arbeite
Ein neuer Mittelstand, der aus der Wissenschaft kommt. Auf Forschung gegründet, auf europäischen Werten aufgebaut, tief in der Gesellschaft verwurzelt. Unternehmen, die Wohlstand schaffen, wo sie stehen — und Hightech-Nischen so stark besetzen, dass weder die USA noch China auf uns verzichten können.
Darum geht es. Souveränität entsteht nicht durch Abschottung. Sie entsteht, wenn wir etwas schaffen, das die Welt braucht.
Was ist ein Hidden Champion?
Ein Begriff des Wirtschaftswissenschaftlers Hermann Simon von 1990: ein Unternehmen, das in seiner Nische weltweit die Nummer eins, zwei oder drei ist (oder die Nummer eins auf seinem Heimatkontinent) — in einer Nische, die so speziell ist, dass die Öffentlichkeit nie von ihr gehört hat. Deutschland hat bereits rund 1.600 davon, die meisten vor Jahrzehnten aus Werkstätten entstanden. Die nächste Generation wird in der Wissenschaft verwurzelt sein.
Die Logik
Ein Mittelstand aus der Forschung besetzt Hightech-Nischen, bevor andere es tun. Daraus folgen Souveränität und Wohlstand — Souveränität als strategisches Ziel, Wohlstand als das, was dadurch erreicht und verteidigt wird.
Das Ziel ist nicht das Start-up. Es ist der Anfangspunkt. Das Ziel ist ein profitables Unternehmen, das bleibt — das Arbeitsplätze schafft, hier Steuern zahlt und das nächste Start-up mitfinanziert.